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Von Morseapparaten und Telefonen

Die 1880er-Jahre: Der Morseapparat ist der letzte technische Schrei. Es wird sensationellerweise zum ersten Mal möglich, Signale zwischen der Ost- und Westküste der USA auszutauschen. Was folgt, ist ein euphorischer Aufschrei. Wie wir heute sagen würden: “Das ist disruptiv!“ und “Wir übertragen Signale über riesige Distanzen und die ganze Welt rückt zusammen. Das verändert alle Branchen!“. Telegrafieunternehmen geben öffentlichkeitswirksam das Ziel “Ein Morseapparat in jedes Haus der Welt!“ aus. Fast gleichzeitig meldet Alexander Bell eine Erfindung namens Telefon zum Patent an.

Einen Morseapparat in jedes Haus zu stellen, hätte niemals funktioniert. Käufer hätten erst wochenlang das Morsealphabet auswendig lernen müssen, um ihn überhaupt benutzen zu können. Darauf hatten auch 1880 die wenigsten Menschen Lust.

Der PC

Knappe hundert Jahre später erscheint der Personal Computer auf der Bildfläche. Plötzlich stehen Rechner nicht mehr in Hallen, sondern passen ins Zuhause oder ins Büro. Natürlich folgt wieder ein euphorischer Aufschrei: “Das ist disruptiv! Rechnungen, an denen Mathematiker früher Jahre saßen, schaffen wir jetzt in Sekunden. Und zwar demokratisch bei jedem zuhause. Das verändert alle Branchen!“ Zu Zeiten von DOS, als die Computer nur über Code bedient werden konnten, ruft Bill Gates als Vision von Microsoft das Ziel aus, einen PC auf jeden Schreibtisch der USA zu stellen. Gleichzeitig arbeitet Xerox an den ersten grafischen Benutzeroberflächen, die mit einer Maus bedient werden. Nutzer müssen sich keine Konsolenbefehle mehr merken, sondern klicken Dateien einfach an. Es gibt wie im echten Leben Ordner und Papierkörbe.

Einen DOS-PC auf jeden Schreibtisch zu stellen, hätte niemals funktioniert. Ihre Handbücher umfassten tausende Seiten und die Nutzung erforderte praktisch ein Informatikstudium.

Angekommen in 2018

Weitere 50 Jahre später: Rechenleistung, die im Überfluss in Clouds zur Verfügung steht, kommt mit einer neuen Generation von Algorithmen zusammen. Das ermöglicht verschiedene Technologien wie Deep Learning, Predictive Models und Neuronale Netze – zusammengefasst unter der Überschrift Machine Learning oder AI. Der euphorische Aufschrei ist groß: “Das ist disruptiv! Software analysiert nicht nur riesige Datenmengen, sondern erkennt Zusammenhänge und passt ihr Verhalten daran an. Sie wird intelligent! Das verändert alle Branchen! “.

Aus Morseapparaten werden Telefone

Erkennen Sie ein Muster? Diese Stimmen haben genauso Recht, wie diejenigen, die die elektronische Kommunikation und den PC als Revolution erkannten. Und die Menschheit ist heute natürlich noch immer so bequem wie 1880. Solange für eine vielversprechende neue Technologie ganze Entwicklungsabteilungen aufgebaut werden müssen oder monatelange Einarbeitungszeiten nötig sind, bleibt sie ein Thema für Pioniere. Eben wie der Morseapparat oder der DOS-PC. Erst in dem Moment, in dem sie nicht zunächst ein langes Tal der Tränen abverlangt, sondern sofort Mehrwerte schafft und Arbeit abnimmt, schlägt sie wirklich breit ein.

Bei AI ist der Fall klar: Die Technologie ist explizit dafür geschaffen, Arbeit abzunehmen. Richtig eingesetzt entstehen extrem schlaue Werkzeuge, die gerade deshalb so einfach zu benutzen sind, weil sie so intelligent sind. Nicht obwohl. Simple Oberflächen und hervorragende Resultate für Ihr Unternehmen sind keine widersprüchlichen Ziele mehr. Erforderlich ist nur der Abschied vom Dogma, dass Tools für einen möglichst guten Output möglichst komplex zu nutzen sein müssten. Wir bei addBots bauen Telefone, keine Morseapparate. Deshalb sehen unsere Oberflächen so aus, wie sie aussehen und deshalb brauchen Sie für Produkte wie Congage keine Bedienungsanleitung. Erst wenn die Logik genau so elegant ist wie das Design und wenn unsere AI-Modelle so trainiert sind, dass sie ab Tag eins Arbeit abnehmen, unterschreiben wir unsere Arbeit mit

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